Die Anna hat mir im Rahmen Ihrer Bachelorarbeit ein Interview zugeschickt, dass sich mit der revolutionären Kraft der Generation Online befasst. Dies habe ich kurz beantwortet und für so schlau befunden dass ich es noch mal hier in den Blog poste. Mir ist dabei nämlich wieder einmal bewusst geworden dass Deutschland dringend das Berufsbild des “Social Media Officers” benötigt!
Viele Unternehmen und Agenturen fragen immer nach den Mechaniken des Social Web’s. Wie geht Twitter und was macht man als Marke denn so auf Facebook. Dabei ist das doch im Grunde nicht wichtig! Lasst doch lieber Jemanden aus dem Unternehmen ran, der Lust auf die neuen Kanäle hat! Die beste Twitter Anleitung nützt nämlich nichts, wenn das Gefühl dafür fehlt, wie ich diese Kanäle bespiele. Unternehmen brauchen Sprachorgane für diese Kanäle. Und ich rede nicht von einer stundentischen Aushilfe sondern von Jemanden, der den ganzen Tag mit Herzblut Vollgas gibt. Einem Social Media Officer!
Anna schreibt zu dem Interview:
“Es geht darum, zu zeigen, wie viel Kraft die Generation Online eigentlich besitzt, was gute Storys bewirken und was dies für Unternehmen und das Marketing bedeutet. Ich studiere dual Media Management an der Hamburg School of Business Administration und absolviere den Praxisteil in einer Werbeagentur.”
Hier die Fragen und meine Antworten:
Jugend ist anders – vor diese Herausforderung sind auch Unternehmen, besonders im Hinblick auf ihr Marketing, gestellt. Das digitale Zeitalter hat diese Situation zusätzlich verschärft. Es stellt sich die Frage nach der Relevanz und dem Einfluss der Generation Online für die Werbung sowie nach der Notwendigkeit der Anpassung von Kommunikationsmaßnahmen und Markeninszenierungen für diese Generation. Eine Gruppe, die in virtuelle Welten hineingeboren wird und dessen Verhalten die technischen und kommunikativen Entwicklungen vorantreibt. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung liegt dabei im Bereich Fast Moving Consumer Goods.
Anna: Müssen sich Unternehmen aus Marketinggesichtspunkten mit der Generation Online auseinandersetzen?
Ich: Auf jeden Fall! Sie werden sonst ganz schnell das Problem haben, dass sie Ihre Zielgruppe nicht mehr erreichen. Längst gibt es eine Generation die sich Ihre Informationen zum Großteil aus dem Internet besorgt, statt auf „traditionellem“ Wege. Findet ein Unternehmen dort nicht statt schaut es in die Röhre.
Anna: Wie mächtig ist in Ihren Augen die Generation Online?
Ich: Nachfrage bestimmt nicht nur das Angebot sondern meiner Meinung nach in Zukunft auch auf welchem Wege der Käufer vom Angebot erfährt. Die Generation Online bestimmt die Spielregeln für Werbung neu. Sie wollen nicht länger nur plumpe Botschaften konsumieren sondern nun auch „Fan“ Ihrer Lieblingsmarke werden. Sie erwarten dass Unternehmen sich für sie öffnen. Diese müssen mitspielen, ob sie nun wollen oder nicht. Zukünftig wird das Unternehmen am erfolgreichsten sein, dass sich am authentischsten präsentiert.
Anna: Welche Maßnahmen sollte man ergreifen, um diese Gruppe für seine Marke(n) zu gewinnen und was sollte man dabei beachten?
Ich: Es sollten am besten gestern die gängigen Social Media Kanäle besetzt und konsequent bespielt werden. Authentisches Auftreten ist hier wohl das wichtigste Kriterium. Im Grunde ist es jedoch eine Fleißarbeit. Unternehmen sollten internationalen Vorbildern folgen und für die Unterhaltung der SM Kanäle geeignete Personen verpflichten. Social Media Officer wenn man so will, um sicherzustellen dass den Kanälen die Aufmerksamkeit zu Teil wird die sie verdienen. Und auch brauchen. Hier bedarf es Mut und Engagement. Das wächst nicht auf Bäumen. Wie erfolgreich ein Unternehmen im Social Web ist steht und fällt mit den Menschen die es dort präsentieren.
Anna: Würden Sie die Generation Online als Spaß- und Entertainmentgesellschaft bezeichnen?
Ich: Jeder will Spaß. Social Media kann aber auch sachlich und strukturiert sein. Im Wesentlichen will sie sich wohl einmischen. Das macht in meinen Augen das Movement aus.
Anna: Gibt es Ihrer Meinung nach eine „Bedienungsanleitung“ für die Generation Online?
Ich: Nein, das liegt in den Händen der Person die das Unternehmen dort nach außen vertritt. Mechaniken können sicher erlernt werden, die Begeisterung für die neuen Kanäle zum Kunden, aber auch für das eigene Unternehmen und den Produkten muss der Social Media Officer mitbringen, dann klappt das!
Anna: Bisher wurden Zielgruppen nach Alter unterschieden. Ist dies noch zeitgemäß oder verschmelzen diese Grenzen hin zu einer Masse, die lediglich nach Channel-Nutzung und Nutzungsweise des Internets differenziert werden kann?
Und dann ich so: Das Alter einer Person kann meiner Ansicht nach eh nur als ganz grober Anhalt genutzt werden. Man schaue sich nur mal im eigenen Freundeskreis um. Da gibt es den 19jährigen Stubenhocker, aber auch den Daddy der mit seinen 45 Lenzen regelmäßig um die Häuser zieht. Wenn es persönlich wird haut diese Unterteilung nicht mehr hin. gerade im Social Web wo sich Menschen die Freiheit nehmen sich teilweise ganz alter untypisch zu positionieren.
Anna: Im Rahmen meiner Arbeit führe ich Analysen anhand von Fallbeispielen durch und untersuche Marken auf ihren Erfolg im Zusammenhang mit den Marketingaktivitäten. Was trinken Sie persönlich lieber – Bluna oder Fanta?
Ich: Keines von Beidem. Als Markenschwein würde ich aber vermutlich eher zur Fanta greifen.
Fazit: Wir brauchen Social Media Officer!
PS: Interessant dazu auch der Blogbeitrag über die Kodak-Strategie, “Chiefs of Listeners” einzustellen die tägliches Monitoring betreiben und versuchen die Fäden zusammenzuführen.
17.05. Update: Hat sich heute im Kundentermin wieder bestätigt. Die Frage ist immer die Gleiche, wieviel Ressourcen bindet Social Media? Vor allem für junge Startups entscheident. Trotzdem, wenn man es richtig machen will vertraut man die Außendarstellung im Social Web einer Person an, die die entsprechende Zeit und Leidenschaft mitbringt. Die Pressearbeit macht schließlich auch nicht der Praktikant. Alles andere ist mit angezogener Handbremse.
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4 Kommentare zu diesem Beitrag
Schreib' einen!Lese: Unternehmen brauchen Social Media Officer! http://tinyurl.com/33zd6aj von @svenwiesner
[...] “Wir brauchen Social Media Officer!” schreibt @svenwiesner . [...]
Bin leider jetzt erst zum lesen des kompletten Beintrags gekommen.
Persönliches Fazit:
Du sprichst mir bei diesem Interview aus der Seele. Immer wieder beachtlich, dass Kunden/Agenturen ihre Gedanken nicht bei 0 beginnen lassen. Im Briefing ist doch für “uns” wichtig zu wissen, ob der Kunde einen solchen Officer hat oder nicht. Sollte dies der Fall sein, können wir mit kreativen Ideen kommen. Andernfalls im Zahlenraum bis 100 bleiben und das kleine einmaleins erklären.
vg, moe
Comment left on 5.17.2010 by moe
Ist auch Aufgabe des Beraters. Nicht nur die Tools und Ideen anbieten, sondern vor allem Bewusstsein schaffen dafür, welche Baustelle da aufgemacht wird!
Comment left on 5.17.2010 by Sven Wiesner