
Kathrin hat einen Freund, Thomas war als Sanitäter in einem Krankenhaus in Duisburg dabei, als die Verletzten von der Loveparade eingeliefert wurden. Normalerweise ist der Thomas eher schreibfaul meint Kathrin, umso bewegender was in ihm vorgegangen sein muss, dies zu schreiben. Runterzuschreiben ohne richtig zu ordnen. Sein Text hat uns per E-Mail erreicht und ich habe mich nach Absprache mit ihm dazu entschieden ihn hier zu veröffentlichen. Lediglich redigiert (Danke an Katharina Rosch).
Loveparade 2010
von Thomas Weijers
Eigentlich ein wundervoller Tag, der für Millionen Menschen ein Grund zum Feiern sein sollte. Ich gehöre nicht zu jenen, die dabei waren vor Ort und den Horror erlebt haben, und ich bin froh darüber. Froh obwohl ich gerne in extremen Situationen agiere und helfe. Augenzeugenberichte, die Berichte des puren und blanken Erschreckens gibt es und wird es zu genüge geben, viele Menschen die leider nah an diesem Erlebnis beteiligt waren.
Ich nahm eine Beobachterrolle ein, eine Beobachterrolle weit ab vom Unglücksort und in einer für mich ungewohnten Weise der Passivität. Als der Bericht über das Unglück über den Äther erschallte, verweilte ich noch in meinem Heimatort obwohl ich eigentlich in Duisburg sein wollte, um Fotos für einen Bericht über Krankenhäuser im Verlauf der Loveparade zu schießen. Ich entschied mich dazu, zügig nach Duisburg zu meinem alten Arbeitgeber zu eilen, ein Krankenhaus, das etwas abseits des Unglücks lag.
Hier war man sehr gut vorbereitet auf eine “normale Loveparade”, doppelte Besatzung für die Notaufnahme, den OP und die Intensivstation. Eine Entnüchterungsstation, die extra in den Räumlichkeiten einer vor einiger Zeit geschlossenen Station eingerichtet wurde, mit Matratzen auf dem Boden, viel Personal und guter Ausstattung. Die Nachricht des Unglücks hatte man auch hier nur im Radio wahrgenommen, und in kurzer Zeit erschienen viele Mitarbeiter des Hauses im Krankenhaus und zogen sich rasch ihre Dienstkleidung an.
Die großen Massen blieben aus, aber es wurde eine hohe Anzahl schwerverletzter, intensivpflichtiger Patienten eingeliefert, die aber dank der guten, räumlichen Vorbereitung und der Personalvorhaltung ohne Probleme abgearbeitet werden konnten.
Erschütternd war dies in keinen Fall, für nur wenige Jener, die dort gearbeitet haben. Was war nun das Besondere? Die tiefe Erschütterung über die jungen Patienten und diese tief traurigen Augen, das Zittern und die Angst.
Die ersten Angehörigen, die zusammen mit ihren schwerverletzten Freunden und Verwandten, tief beeindruckt ohne jeden Halt im Warteraum oder im Freien warteten, nicht wussten mit dem umzugehen, was immer wieder vor ihren Augen ablief. Die immer noch vorhandene Angst um das eigene Leben, dass seiner Verwandten und das Erschrecken darüber, keine Macht mehr darüber zu haben, was mit einem passiert.
Ärzte, Pflegekräfte und Pflegedirektoren, die die Zeit hatten, sich auch eben mit diesen zu beschäftigen und beeindruckt waren von den Berichten. Tief bewegt vom zuhören sich selbst zurückziehen mussten, da der Eindruck der jungen Menschen so wirkte. Die Berichte des Schwebens, weil diese jungen Menschen teilweise durch ihre kleine Körpergröße und Gewicht einfach den Halt auf den Füßen verloren hatten und auf diese Weise tatsächlich schwebten. So wurde das Zuhören, das Stillhalten und Dasein, für einige der Kräfte in diesem Krankenhaus zur tatsächlichen Herausforderung.
Ich konnte mich frei bewegen, hatte die Möglichkeit viel zu sehen und noch mehr zu hören. Meine alte Stationsleitung und meine ehemaligen Kollegen gaben mir einen blauen Kasack und Hose, so dass ich bei den wenigen schwerverletzten Patienten, die kamen, im Bedarfsfall mit eingreifen konnte. Lange stand ich im Eingangsbereich der Notaufnahme, half beim Ausladen der Patienten und sah die ersten Blicke der ankommenden Leichtverletzten oder einfach nur Betroffene die Ruhe brauchten.
Tief bewegt haben mich ganz unterschiedliche Gespräche oder eher Momente des Zuhörens. Die ersten Rettungswagen, die ich mit erlebte, kamen aus Norddeutschland. Es waren Männer und Frauen, die direkt mit an der Einsatzstelle standen und über die toten Körper steigen mussten, um die Lebenden zu erreichen. Rettungsdienstpersonal, das schon viele Unfälle gesehen hatte, war sprachlos in den Momenten der Ruhe am Krankenhaus, nach der Übergabe, bei der zweiten oder dritten Zigarette. Nach den ersten selbstsicheren Aussagen voller Vertrauen in das eigene Können und Wissen, wie es im Rettungsdienst und in der Notaufnahme normal ist, kamen dann leichte, leise Töne mit einem leichten Zzittern und Unverständnis.
“Wie konnte man das zulassen? Diese Engstelle? Das war doch absehbar!” Beinahe von Jedem, der uns vom Unglücksort erreichte. Ergriffen an seinen Rettungswagen gelehnt stand ein alt gedienter Feuerwehrmann, der immer wieder die hilflosen Augen der jungen, regungslosen Körper beschrieb.
Später stand ich wieder in der Liegendanfahrt, ein junger Rettungssanitäter fragte mich nach Desinfektionsmittel für seine Trage. Ich brachte es ihm, ging wieder und sah wie er anfing sie zu putzen. Nach einiger Zeit kam ich wieder hinaus, er putzte noch immer. Ein ehrenamtlicher 19-jähriger Rettungssanitäter “Eigentlich gehöre ich zur Betreuungsgruppe meiner Einheit, und plötzlich war ich auf einem der ersten Rettungswagen zwischen all diesen Menschen”. Tief bewegt, von der Angst der Masse die er hautnah mit erlebt hatte, wusste er nicht mehr genau, was er denken sollte. Ich hörte ihm zusammen mit einem Kollegen zu.
Auf einer chirurgischen Station half ich kurz aus, um einfache Tätigkeiten durchzuführen, da reichte mir eine junge Schwester eine Clexanespritze die ich einem jungen Patienten mit einer Schulterverletzung geben sollte. Er war einige Stunden zuvor eingeliefert worden. Ich sah ihn noch auf der Trage, man hatte ihn aus der Masse der Menschen halbbewusstlos heraus gezogen. Er war euphorisiert als ich an seinem Bett stand, überdreht und dennoch sich bewusst über das was passiert war. Ich setze mich zu ihm, er grinste und lachte und seine Erzählung verpackte er in ironische lustige Sprüche. Er zitterte die ganze Zeit; noch nie habe ich einen Menschen zuvor ohne physischen Grund so zittern sehen. Die junge Kollegin gab ihm eine Beruhigungspille und ich ging zunächst. Als ich eine Weile später wieder bei ihm war, war er immer noch wach aber ruhiger. Er berichtete von dem Gefühl zu spüren, wie man über andere Körper hinüber steigt und unter seinen Zehenspitzen die Knochen des anderen brechen fühlt. Nicht beschreibbar welches Entsetzen über sich selbst und die Notwendigkeit dies zu tun, in den Augen dieses gerade 18 jährigen jungen Mannes zu sehen war. Noch immer dreckig vom Boden des Tunnels im Gesicht und am Körper, konnte man die Hämatome in Fußgröße auf seinem Körper erkennen. Was erschreckte mich am meisten und erschreckt mich noch immer? Das Unvermögen dieses jungen Mannes weinen zu können. Seine Verletzungen erschütterten mich nicht, seine Augen seine Angst und Unsicherheit bewegen mich heute noch.
Vier junge Mädchen wurden durch einen RTW der Berufsfeuerwehr Duisburg zu uns gebracht. Ein junger und ein älterer Feuerwehrmann, hatten diese vier Mädchen mitgebracht. Diese blonden knapp volljährigen und teilweise noch minderjährigen Mädchen, verdreckt im Gesicht, ungewollt zerrissener Strumpfhosen, tief verlaufener Schminke an den Augen strahlten auch auf große Entfernung Ehrfurcht und Angst vor dem aus, was sie erlebt haben mussten. Jeder, der sie sah, war betroffen. Der Rettungsassistent, der sie eingeladen hatte, erzählte ergriffen von dem Gesehenen, von all den Menschen, an denen er vorbei musste, zwischen denen er feststeckte und deren Angst nur durch Blech und Glas von ihm getrennt waren. Er nahm die vier Mädchen auf einen Schwung auf, obwohl sie sich untereinander nicht kannten und fuhr unser Krankenhaus an.
Sie waren äußerlich verletzt und sichtbar innerlich zerrissen. Ich sah sie später auf der Extra-Aufnahmestation, halbkollabiert, weinend, hyperventilierend. Betreut von jungen als auch erfahrenen Krankenschwestern. Alte Krankenschwestern, die Kraft der Eindrücke durch diese Mädchen und andere, sich nicht mehr auf den Beinen halten konnten. Zitternd und kollabierend sich zeitweise aus dem Dienst heraus nehmen mussten.
Der Eindruck der Angst und Verzweiflung, der durch die Betroffenen und Verletzen auf uns übersprang, bewegte alle anwesenden Kräfte der Notaufnahme, des OP und der Intensiv-Station, die in der Aufnahme in Bereitschaft saßen, tief. Viele der Anwesenden waren selbst Eltern, Onkel, Tanten und waren noch viel empfänglicher für diese Stimmungen. Alle warteten auf den großen Ansturm, zumal bekannt war, dass unser Partnerkrankenhaus in der Innenstadt hoffnungslos überrannt wurde. Alle standen bereit.
< Passage entfernt, siehe Kommentarfeld >
Eine junge Rettungssanitäterin fuhr mit ihren Rettungswagen in die Liegendanfahrt. Ihre beiden Kollegen geleiteten den Patienten zusammen mit einem Pulk von Kollegen in einen Behandlungsraum. Sie fuhr den Wagen aus der Anfahrt in einen Bereitschaftsraum. Ich beobachtete sie eine Zeit und ging dann zu ihr rüber. Das Lenkrad zitternd umgreifend starrte sie einfach nur in das Halbdunkle des Krankenhausparkplatzes. Was sagen, was tun, wie handeln in dieser Situation? Welche Bilder und Gefühle durchliefen diesen jungen Menschen. Eine Rettungssanitäterin, die kaum älter war als die meisten Patienten. Was ich sagte, weiß ich nicht mehr, was sollte ich auch sagen.
Zusammen mit zwei anderen Rettungsassistenten, die als Medizinstudenten im Krankenhaus arbeiten, unterhielt ich mich viel über das, was fachlich wohl richtig gewesen wäre. Über diese emotionalen Eindrücke wurde ich mir erst alleine in meinem Auto bewusst.
Zwischendurch telefonierte ich mit Bekannten, die im Einsatz vor Ort waren. Deren Eindrücke waren nicht weniger hilflos, da sie zum Teil entweder in Arbeit erstickten und in den Notaufnahmen kaum abgearbeitet wurden oder vor Ort einfach nur mit den Betroffenen redeten und nicht das worauf sie programmiert und trainiert sind, abspielen konnten.
Der Pflegedienstdirektor stand, als ich kam, vor dem Krankenhaus und unterhielt sich mit einem jungen Mann. Der junge Mann um die 22 Jahre alt, hatte seine Verwandte begleitet, die er im letzten Moment retten konnte und die nun auf der Intensivstation lag. Er stand dort nur im Unterhemd, so schwarz verdreckt, dass dieses weiße Hemdchen gut das eines Bergmanns hätte sein können. Die Haare zerzaust, die Hose verdreckt, die Schuhe angerissen. Sie unterhielten sich lange; die Eindrücke dieses jungen Mannes beeindruckten den fast 60 Jahre alten erfahrenen Krankenpfleger noch am Tag danach, und viele seine Erzählungen wurden ihm erst am nächsten Tag klar. Ihm genauso wie anderen blieb auch der Anblick einer Notärztin vor Augen, die weinend die Eindrücke des Gesehenen nicht mehr unterdrücken konnte. Keine junge unerfahrene Ärztin. Diese Eindrücke hingen nach.
Was für mich so bewegend ist, an diesem Tag und am Tag danach? Die Hilflosigkeit der Helfer. Ich habe heute am Sonntag mit vielen meiner Freunde und Bekannten aus dem Rettungsdienst gesprochen und alles, was ich dort fühlte war, dasselbe aber besser das Gleiche, das ich selbst gestern erlebt habe. Der Eindruck der Angst und der Hilflosigkeit. Viel Notfallmedizin, die wir alle sicher beherrschen und die wir leisten wollten, war nicht zu leisten. Vieles des sicher Vorbereiteten, musste nicht greifen oder hat gegriffen. Übermannt hat mich die Angst, die Verzweiflung, der zerrissene Glauben an das Gute, einfach der Verlust aller positiven Gefühle von jungen Erwachsenen und heranwachsenden Menschen. Nicht allen wird es genauso gegangen sein in diesem Krankenhaus, aber die Freiheit, sich frei bewegen zu können und nicht arbeiten zu müssen und sich Abseits stellen zu können, hat mir Eindrücke ermöglicht die ich nicht gewöhnt bin.
Ich bin einer von jenen, die gerne direkt vorne agieren und dort funktionieren. Ein schrecklicher Tag. Als ich ihn im Krankenhaus beendete, zog ich mir meine Rettungsdienstjacke, die im Kofferraum lag, an, parkte nahe der Innenstadt und lief los. Es war wohl die Lust zu sehen, ob es mehr gab, mehr als diese Trauer. Nachdem ich die ersten tief-erschöpften Sanitäter einer ASB-Einheit und wenig weiter der Johanniter gesehen hatte, entschied ich mich, wieder zu gehen.
Es bleiben Zweifel an der Veranstaltung, der Durchführung und auch dem Notfallmanagement. Es bleibt der Eindruck von Trauer und Angst, wie ich ihn noch nie zuvor erleben musste.
Ein Bekannter der mit dort Stand als Feiernder antwortete mir heute auf die Frage ich wie er sich fühlt….irgendwie nur leer….
Keine ähnlichen Artikel im Blog, Du musst was völlig Neuem auf der Spur sein... ;-)
20 Kommentare zu diesem Beitrag
Schreib' einen!RT:Lese Irgendwie nur leer von http://bit.ly/aWJLqJ
RT @snoopsmaus: Lese Irgendwie nur leer http://tinyurl.com/37rx5mz von @svenwiesner – sehr bewegend und Respekt, dies zu schreiben und zu veröffentlichen.
Lese Irgendwie nur leer http://tinyurl.com/37rx5mz von @svenwiesner
Lese Irgendwie nur leer http://tinyurl.com/37rx5mz von @svenwiesner
Lesebefehl. I mean it! #loveparade http://www.webzweipunktnull.de/irgendwie-nur-leer/
RT @ruedigerp: http://www.webzweipunktnull.de/irgendwie-nur-leer/ kwt #loveparade
Lese Irgendwie nur leer http://tinyurl.com/37rx5mz von @svenwiesner
Lese Irgendwie nur leer http://tinyurl.com/37rx5mz von @svenwiesner – sehr bewegend und Respekt, dies zu schreiben und zu veröffentlichen.
RT @snoopsmaus: Lese Irgendwie nur leer http://tinyurl.com/37rx5mz von @svenwiesner – sehr bewegend und Respekt, dies zu schreiben und zu veröffentlichen.
http://www.webzweipunktnull.de/irgendwie-nur-leer/ kwt #loveparade
ganz, ganz harter Text, der den Albtraum greifbarer macht als viele Bilder und Berichte, die ich bisher wahrgenommen habe. Danke für’s Teilen!
Comment left on 7.27.2010 by Stefan
Ein sehr ergreifender Bericht aus Helfersicht. In der Sorge und der Betroffenheit über die Todesopfer und Verletzten “vergisst” man leicht die traumatisierten Helfer, die so auch zu Opfern geworden sind. Danke für die Schilderung, das macht vieles sehr plastisch. Mehr als Bilder es können.
Comment left on 7.27.2010 by Jekylla
Ich bin gerade über Twitter auf den Blogbeitrag aufmerksam geworden und würde gerne ein paar Sätze loswerden.
Ich bin noch immer sprach- und fassunglos über das tragische Ende einer an sich friedlichen Veranstaltung in einer Stadt, die mir sehr am Herzen liegt. Selbst war ich nicht vor Ort, ich war Segeln und erfuhr via Twitter von der Massenpanik und Toten. Geschockt und selbst fast stumm vor Entsetzen versuchte ich meine Geschwisterkinder zu erreichen, von denen ich wusste, dass sie de Loveparade besuchen wollten. Den jüngsten erreichten wir erst gegen 21 Uhr, wir sind heilfroh dass ihm nichts passiert ist, umso mehr als wir am Sonntag erfuhren, dass er erst um 17.05 den unteren Teil der Rampe in Richtung Partygelände verließ. Soviel zu mir. Trauer und Bestürzung über diese unvorstellbaren Geschehnisse begleiten selbst mich, wo ich nicht direkt von dem Unglück betroffen bin, in jeder Stunde.
Seitdem habe ich einige Berichte zu dem Unglück gelesen, gehört und gesehen, darunter auch viele Augenzeugenberichte. Man könnte vielleicht sogar sagen, dass mich persönlich jeder neu gelesene Bericht noch betroffener macht, als ich es eh schon bin. Aber dieser Bericht lässt das ganze Unwohlsein noch mehr in mir hochkochen. Ich bin nicht der Ansicht wie die Kommentatorin über mir, dass man die traumatisierten Helferinnen und Helfer “vergisst”. Absolut nicht. Gerade sie haben wahrscheinlich noch mehr Tote und Schwerverletzte verhindert. Ich weiß, dass viele von den am Samstag eingesetzten Hilfskräften (sein es Polizisten, Feuerwehrmänner, Sanitäter, Security, Ärzte, etc.) Seelsorger besucht haben, mit ihnen gemeinsam versuchen das Geschehene zu verarbeiten. Dass dies nicht der richtige Weg für jeden ist, ist klar. Manchmal hilft es bestimmt auch das Geschehene von “der Seele” zu schreiben, mit seinen engsten Freunden zu teilen. Was ich aber nicht nachvollziehen kann ist, weshalb ein Social Media Blog wie dieses hier einen Erfahrungebericht online stellen kann. Besonders wenn er Anschuldigungen wie diese:
< Passage entfernt, siehe Kommentar Sven Wiesner 19:03Uhr >
enthält. Meine Cousine hat als Assistenzärtin ebenfalls am Samstag in einem Krankenhaus Dienst gehabt, in dem Schwerverletzte eingeliefert wurden. Vielleicht kann ich es nach ihren schweren Schilderungen einfach noch viel weniger verstehen nach welchem Hintergrund hier der Erfahrungsbericht veröffentlicht wird. Zumal ich weiß, dass auch die Schilderungen solcher Erlebnisse in öffentlichen Kreisen der Schweigepflicht unterliegen. Wenn Du Dir mit diesem Post mehr Klicks erhoffen solltest, dann vielen Dank und gute Nacht.
Comment left on 7.27.2010 by corinna
Hallo Corinna, danke für Deinen ausführlichen Kommentar!
In aller Deutlichkeit: Den Text habe ich online gestellt weil ich ihn für einen sehr guten und treffenden Erfahrungsbericht halte und mir die Quelle vertrauenswürdig erscheint. Thomas ist neben seiner Tätigkeit als Rettungssanitäter Journalist für Feuerwehr- und Rettungsdienstzeitungen. Der Inhalt ist weder reißerisch noch effekthaschend.
Ich habe zuvor bewusst sowohl den Facebook Like Button als auch meinen Autorenfooter entfernt, der normalerweise auf meinen Beruf hinweist. Ich denke ich habe damit alles getan um dem Vorwurf, ich wäre nur scharf auf Klicks, entgegenzuwirken.
Dieser Blog beschäftigt sich nicht nur mit Social Media Themen, sondern, wie es die Kategorie vermuten lässt, auch mit persönlichen Dingen. Ich habe auch nur diesen einen Blog um Dinge zu veröffentlichen die mich beschäftigen.
Zu dem Punkt den Du angesprochen hast kann Thomas wohl am ehesten etwas sagen. Als Leser des Textes verstehe ich die Passage nicht als Anklage oder Schuldzuweisung (es werden keine Namen von Personen oder Krankenhäuser genannt) sondern eher als Wiedergabe der Verunsicherung die zu diesem Zeitpunkt geherrscht haben musste. Wie gesagt, nur meine Auffassung.
Ich werde gleich mit Thomas telefonieren, er scheint gerade nicht online zu sein.
Comment left on 7.27.2010 by Sven Wiesner
Hallo Corinna, nach einem Telefonat mit dem Verfasser Thomas habe ich die betreffende Passage entfernt, Deine Kritik ist laut Thomas berechtigt.
Die Passage in der es um eine verstorbene Patientin geht lässt inhaltlich darauf schließen um wen es sich handelt und stellt zugleich einen schweren Vorwurf an das Krisenmanagement dar der so nicht gemeint war.
Danke für Deinen Hinweis. Da Du die Passage auch in Deinem Kommentar eingetragen hast musste ich sie auch dort entfernen.
Der Text bleibt für mich ein eindrucksvoller Erlebnisbericht der Geschehnisse.
Comment left on 7.27.2010 by Sven Wiesner
Hallo,
Anschuldigungen etc. waren nicht das Anliegen dieser Worte. Es war ein Brief den ich geschrieben habe um für mich meine Empfindungen und Gedanken fest zu halten und nicht zu verlieren.
Es war ein Brief mit dem ich meine Gedanken mit Kollegen teilen wollte, die ebenso wie ich solche Dinge verarbeiten müssen.
Die Idee der Veröffentlichung wurde an mich heran getragen und ich habe sie lange abgewogen. Teile entfernt und leider diesen zurecht der Kritik gestellten Part nicht entfernt.
Dies bitte ich zu entschuldigen.
Comment left on 7.27.2010 by Thomas Weijers
“Ich bin einer von jenen, die gerne direkt vorne agieren und dort funktionieren. Ein schrecklicher Tag. Als ich ihn im Krankenhaus beendete, zog ich mir meine Rettungsdienstjacke, die im Kofferraum lag, an, parkte nahe der Innenstadt und lief los. Es war wohl die Lust zu sehen, ob es mehr gab, mehr als diese Trauer. Nachdem ich die ersten tief-erschöpften Sanitäter einer ASB-Einheit und wenig weiter der Johanniter gesehen hatte, entschied ich mich, wieder zu gehen.”
Oh man echt wenn ich sowas lese das ich doch echt typisch für den Rettungsdienst hauptsache die Jacke im Auto damit jeder sieht dass ich Blaulichtauto fahre. Beim helfen hilft dir die Jacke auch nichts. Oder was wolltest du denn damit bezwecken? Für mich klingt das alles irgendwie zu viel nach Gaffer…
Tut mir echt leid falls ich dir unrecht tuen sollte aber ich kann sowas echt nich ab. Einen auf Helfer machen damit man dann zu Hause was zu erzählen hat
Comment left on 7.29.2010 by Simon
Ich weiss das es Dinge gibt, welche man nicht greifen kann, welche man nicht in Worte fassen kann. Auch ich war im Einsatz. In Bereitstellung in Bottrop. Wir hörten die erschrekensden Szenen über Funk mit und waren über das gehörte zutiefst schockiert und konnten nur ahnen welche Dramen sich dort abspielen mussten. Wir wollten los und helfen. Nicht aus Sensationsgier oder als Gaffer. Nein, das ganz bestimmt nicht. Es ist schlimm zu wissen das Hilfe benötigt wird und man einfach “nur bereit steht”.
Ich danke Thomas, der, wie ich finde, diesen Tag aus seiner Sicht und die Macht der Hilflosigkeit sehr gut in Worte gefasst hat.
Einfach los, helfen, Leere……
Comment left on 7.30.2010 by Thomas
Simon, meinem “Vorschreiber” möchte ich sagen: Thomas ist ganz bestimmt nicht der Typ Mensch der sich als Gaffer hinstellen würde nur um zu Hause was zu erzählen zu haben. Er ist da wenn es “brennt” und das völlig uneigennützig. Ich weiss nur zu gut das es einige “schwarze Schafe” im Rettungsdienst und bei der Feuerwehr gibt, doch ist es doch ein Phänomen das gerade jene das Bild zu prägen scheinen was manche in Ihren Köpfen haben. Sei gewiss, es ist nicht so.
Comment left on 7.30.2010 by Thomas
Versuche niemals die gefühle anderer zu Verletzen…
Auf meiner Keyword-Recherche durch das Internet habe ich Deinen Artikel gefunden. Wäre toll, wenn Du diesen Blog-Trackback annehmen würdest…